Die Geschichte der Jusos

Die Geschichte der Bewegung, aus der die Jusos hervorgingen, die sozialistische Jugendbewegung, begann bereits Mitte des 19. Jahrhunderts. Denn als damals Arbeiterinnen und Arbeiter überall auf der Welt beschlossen, selbst etwas gegen ihre unerträgliche Lebenssituation und das kapitalistische System zu unternehmen, waren auch Jugendliche dabei. Während die Älteren sozialitische Parteien gründeten, verhinderten zunächst Vereinsgesetze und die Polizei die Gründung von Jugendorganisationen. Erst der Selbstmord des sechszehnjährigen Graveurlehrlings Max Peter auf Grund ständiger Schikanen durch seinen Meister führte zur Gründung der ersten Arbeiterjugend-vereinigung in einer Berliner Kneipe am 10.10.1904 . Dies setzte sich in ganz Deutschland fort: die sozialistische Jugendbewegung entstand.

Karl Liebknecht

Karl Liebknecht, 1871-1919

 

Schließlich folgte 1907 der internationale Zusammenschluss: die Sozialistische Jugendinternationale war geboren, in Deutschland unter Führung von Karl Liebknecht. Die Mutterpartei, die SPD, betrachtete diese Entwicklung mit Skepsis. Sie befürchtete, die Jugend könne sich zu sehr der Parteilinken anschließen. Die Jugendorganisation widmete sich fortan dem Kampf gegen den Militarismus und dem drohenden Krieg. Und obwohl sich die sozialitischen Parteien der Welt einig waren, es nicht zu tun, unterstützten sie den Krieg- auch die SPD. Doch die SPD war zerrissen und es kam schließlich zur Gründung einer neuen Partei, der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP). Viele Jungsozialisten schlossen sich ihr an, unter anderem ein junger Sozialist, der später unter dem Namen Willy Brandt noch eine Rolle spielen sollte. Auch hatten die Jusos bereits frühzeitig die Gefahr aufkommenden Faschismus erkannt auf die antifaschistische Einheitfront gedrängt. Viel zu spät wurde dies in die Tat umgesetzt und die sozialistische Jugendbewegung brachte eine große Zahl von Opfern im antifaschistischen Widerstandskampf.

Plakat 'Das Mörderkreuz'

"Die Jusos erkannten frühzeitig die Gefahr des aufkommenden Faschismus"

 

Nach der Befreiung von Faschismus und Krieg gründete sich die SPD neu und gleich einen Jugendverband mit: die Jungsozialistinnen und Jungsozialisten, also uns. Dieser Jugenverband war aber erst einmal nur eine Arbeitsgemeinschaft der SPD. Damit wollte die SPD die Jugend stärker an sich binden, was zunächst auch gelang. Denn in den fünfziger Jahren waren die Jusos eine gefolgsame Nachwuchsorganisation. Dies änderte sich Ende der sechsziger Jahre allerdings schlagartig: Die außerparlamentarische Opposition gegen Verdrängung der Nazivergangenheit, Vietnamkrieg und Notstandsgesetze führte zu einer starken Politisierung der Juso-Basis und eine Linkswende wurde vollzogen. Die Jusos entwickelten sich fortan zu einem eigenständigen, sozialistischen Jugenverband, der sich in der Partei und in Bewegungen, wie Friedens-, Solidaritäts- , AntiAKW- und Antifa-Bewegungen engagierte. Die Inhalte dieser Bewegungen sollten in die Partei getragen werden, was in den siebziger Jahren zu harten Auseinandersetzungen zwischen Partei und den Jusos führte, doch wir konnten uns behaupten. Im Zuge des Umbruchs der DDR gründete sich 1990 dort eine Jugendorganisation, die sich erst einmal Junge Sozialdemokraten nannte. Doch auch hier wuchs zusammen, was zusammen gehört. Seit 1991 gibt es uns in allen Teilen in der Bundesrepublik Deutschland als einen Jugendverband. Wir Jusos sind es, welche die SPD zu einer offenen und konstruktiven Auseinandersetzung mit allen linken Kräften in der Gesellschaft drängen. Dazu gehört für uns, sich gleichsam mit der Geschichte und der Gegenwart auseinander zu setzen, um nach echten politischen Alternativen zum neoliberalen Mainstream zu suchen. Wie Ihr seht ist unsere Geschichte alles andere als langweilig und sie ist ganz und gar nicht vorbei. Im Gegenteil: Jeden Tag passiert ein Stück davon und DU kannst dabei sein...